CFS Index

02.07.2026

CFS-Index: Finanzinstitute beim Umsatz- und Ertragswachstum im Sinkflug

(Umfrageerhebung vom 15.06.26 – 22.06.26 für Ergebnisse des ersten Quartals 2026)

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im ersten Quartal 2026 um 2,7 Punkte auf den Stand von 104,3 Zählern. Nach Spitzenwerten zum Jahresende 2025 korrigieren die befragten Führungskräfte und Manager aus deutschen Finanzinstituten das aktuelle Umsatz- und Ertragswachstum mit einem Minus von 11,9 bzw. 12,4 Punkten deutlich nach unten. Die Panelisten aus den Reihen der dienstleistenden Unternehmen hatten diese Abwärtsbewegung bereits im Vorquartal gemeldet. Entsprechend niedriger war hier der aktuell verzeichnete Rückgang. Das Mitarbeiterwachstum in der Gesamtbranche geht weiter stark ins Minus und stabilisiert sich mit 94,3 Zählern unterhalb der neutralen Marke von 100 Punkten. Das Wachstum der Investitionen bleibt im Vergleich zu den Vorjahren bei 109,3 Punkten dauerhaft hoch.

„Die Brancheninsider sehen einen Finanzsektor unter Margendruck, der von Personal auf Technologie umschichtet“, kommentiert Prof. Dr. Andreas Hackethal, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland hat sich im Vergleich zum letzten Erhebungszeitraum, dem vierten Quartal 2025, deutlich verbessert. In der aktuellen Einschätzung der Panelisten gewinnt der Standort Deutschland 11,6 Punkte und markiert einen Stand von 103,3 Zählern (Q4 2025: 91,7 Zähler). Sowohl die Bewertungen der Finanzinstitute als auch die der dienstleistenden Unternehmen bewegen sich dabei auf fast gleichem Niveau. Im letzten Quartal hatten vor allem die Finanzdienstleister die Bedeutung des Finanzplatzes überraschend negativ gesehen.

„Die zu beobachtende Trendwende zum Positiven reflektiert die Brexit-Erfolge, die in jüngster Zeit kumulierten. Mit der Aussicht auf eine Rentenreform, mit Einstieg in eine aktienbasierte Komponente werden die Perspektiven weiter aufgehellt. Wir blicken zuversichtlich nach vorne“, erläutert Oliver Behrens, Präsident von Frankfurt Main Finance.

Das Umsatz- und Ertragswachstum bei den Finanzinstituten sinkt deutlich
Im Vergleich zum Vorquartal verlangsamt sich das Wachstum der Umsätze bei den Finanzinstituten um 11,9 Punkte auf den aktuellen Stand von 115,9 Zählern. Diese Abwärtsbewegung war in den Umsatzergebnissen der Finanzdienstleister bereits im vierten Quartal 2025 vorweggenommen worden und hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon in den Erwartungen der Finanzinstitute für die unmittelbare Zukunft angedeutet. Bei den Finanzdienstleistern stabilisiert sich das Umsatzwachstum im ersten Quartal dieses Jahres und markiert 96,7 Zähler (+ 0,5). Die Erwartungen der Teilbranche für die Ergebnisse des zweiten Quartals sind positiv und durchbrechen wieder die neutrale Grenze von 100 Punkten.

Das Wachstum der Erträge bricht bei den Finanzinstituten um 12,4 Punkte auf 114,3 Zähler ein. Auch die Ergebnisse der dienstleistenden Unternehmen sinken noch einmal um 5 Punkte auf 95,0 Zähler. Im Mittel verortet der Index die Gesamtbranche bei 104,6 Zählern. Allerdings sind die Ergebnisse beim Umsatz- und Ertragswachstum im ersten Quartal 2026 bei den Finanzinstituten vor dem Hintergrund extrem hoher Werte im Vorquartal zu interpretieren.

Investitionswachstum dauerhaft auf Spitzenniveau
Keine Veränderungen zeigen sich hingegen beim Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzbranche. Langfristig betrachtet befindet sich das Investitionswachstum bei den Finanzinstituten in den Ergebnissen des CFS-Index auf dauerhaft hohem Niveau. Auch für die Zukunft erwarten die Panelisten wenig Bewegung in diesem Bereich.

Die Mitarbeiterzahlen sinken
Den stärksten Rückgang verzeichnet das Mitarbeiterwachstum: Sowohl die Finanzinstitute als auch die dienstleistenden Unternehmen reduzieren Personal. Im Mittel sinkt der Subindex um 9,3 Zähler. Bei den Dienstleistern ergibt sich mit 91,7 Zählern der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Index-Erhebung im Jahr 2007. In den Erwartungen der Gesamtbranche setzt sich der Negativtrend in die Zukunft fort.

Pressemeldung
Präsentation

Allgemeine Methodik der Indexberechnung
Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS
Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Wir danken Frankfurt Main Finance e.V. für die finanzielle Förderung des Projekts.

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Prof. Dr. Andreas Hackethal
Prof. Dr. Andreas HackethalDirektor

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